Totenmessen an Allerseelen mit Segnung der Paramente

 
Bedingt durch die Corona-Pandemie wurde in diesem Jahr der Allerseelentag am 2. November in unserer Pfarrei mit drei Totenmessen begangen: um 08 Uhr in der Früh, um 17 Uhr am Nachmittag und um 19 Uhr am Abend im besonderen Gedenken an die verstorbenen Pfarrangehörigen seit dem letzten Allerheiligenfest. Ziel war es, so vielen Gläubigen wie möglich an diesem Werktag eine Mitfeier zu ermöglichen, um ihre verstorbenen Familienangehörigen in der Messfeier in Gottes erlösende Hände zu legen und durch den diesmal privat gestalteten Gräberbesuch den Glauben an die Auferstehung zu stärken. Ein Angebot, das zahlreich angenommen wurde. Die Gebetsvorlage für den Gräbergang fand große Nachfrage, ebenso die Kerzensegnung in allen Requien.

Besonders berührend war in der Totenmesse am Nachmittag die Segnung eines gestifteten schwarzen Messgewandes und deren dazuhöriger Paramente (Stola, Kelchvelum und Bursa), die im Sommer 2019 von Gläubigen aus der Pfarrei St. Georg in Amberg für ihren scheidenden Kaplan und unseren neuen Pfarrer als geistliches Abschiedgeschenk in Auftrag gegeben wurden. Klosterschwestern in Altötting wurden eigens mit der Fertigung betraut. Im September 2020 konnte das Werk fertiggestellt und im Oktober übergeben werden.
Es war der innige Wunsch der Schenkenden, dass ihr Kaplan von Amberg etwas Bleibendes mitnimmt, das ihn unsichtbar-eucharistisch mit der Pfarrei St. Georg verbunden sein lässt und zugleich den Gläubigen in seiner neuen Pfarrei hilft, den Glauben an den auferstandenen Christus durch äußerlich sichtbare Zeichen zu vertiefen. Gerade in der Trauer um Verstorbene zeigt sich die auffangende Macht des christlichen Glaubens. Die Gewänder des Priesters, die er bei einer Seelenmesse trägt, ziehen die Augen der Mitfeiernden zur Betrachtung an und bergen eine Aussagekraft in sich, die auf die Wahrheit unseres österlichen Glaubens und damit auf den auferstandenen Herrn selbst verweisen.
Nach dem Einzug in die Kirche erläuterte Pfarrer Kopp die Bedeutung der einzelnen Symbole:

Die Farbe „schwarz“ steht in der Liturgie für die Trauer, den Tod und das Dunkel des Todes. Niemand kann dieser Wirklichkeit entrinnen. Dafür wurde kostbarer Brokatstoff verwendet, dessen Gewebe bei passender Lichteinstrahlung schön ansehnliche Motive stärker sichtbar machen.
Auf der Vorder- und Rückseite wurde jeweils aus edlem Samtschwarz ein gotisches Gabelkreuz aufgetragen, die in wertvolle Silberborten eingerahmt wurden. Das Kreuz ist das Siegeszeichen Christi, der die schlimmen Wirklichkeiten von Leid und Tod nicht gescheut hat, um den Menschen zu Gott zurückzuführen. Das glänzende Silber kündigt bereits den Ostersieg Jesu an, der alles Dunkel entmachtet und das neue ewige Leben durchscheinen lässt. Darauf beziehend sind auch die fünf, ebenfalls in Silber gestickten und mit goldener Farbe versehenen Kreuze zu verstehen. An seinen verklärten Wunden erkannte der anfangs zweifelnde Apostel Thomas, der Namenspatron unseres Pfarrers, den Auferstandenen. Er machte ihm sogar bei jener Begegnung das Angebot, sie zu berühren. Ob er es getan hat, überliefert uns der Evangelist nicht. Aber es fallen augenblicklich jeder Zweifel, jede Angst und Trauer. Er spricht vor ihm das kürzeste und aussagekräftigste Bekenntnis aus seinem Innersten: „Mein Herr und mein Gott“ (Joh 20,28).
Die Mitte, in denen sich die Haupt- und Querbalken kreuzen, umrahmen oval auf der Vorderseite das Christusmonogramm (übereinander geschriebene griechische Buchstaben X und P, die ersten beiden Worte des griechischen Wortes Χριστός – Christus), sowie auf der Rückseite das Bild des leidenden Christus.
Am Fuß der Rückseite wurde zur dankbaren Erinnerung in farbiger Kreisform die Pfarrkirche St. Georg Amberg gestickt und die Inschrift „Fidelibus parrochiae S. Georgii Amberg“ (von Gläubigen der Pfarrei St. Georg Amberg) angebracht.

Die Symbolik dieses Messgewandes lädt uns in jedem Requiem ein, im Priester den anwesenden Christus zu sehen, dem ich – wie die Jünger damals – in meiner Trauer um einen lieben Menschen begegnen darf. Er tritt zu mir mit seinen verklärten Wunden, um mein Dunkel, meine Ängste (auch vor Leiden und Tod) darin einzuschließen und in seinem Ostersieg zu wandeln. So möge dieses liturgische Gewand helfen, jeden Betrachter zur begründeten Hoffnung vordringen zu lassen, dass jeden Gläubigen die Herrlichkeit der Auferstehung und ewige Zukunft in Gott erwartet.

Nach der Segnung legte Pfarrer Kopp zum Lied „Näher mein Gott zu dir“ erstmalig die Paramente an und feierte für das Seelenheil der Verstorbenen die Hl. Messe mit der anwesenden Gemeinde.